Die Kameradschaft Ehemaliger Angehöriger Infanterieregiment 46 bemühte sich selbst lange Jahre um eine Patenschaftsübernahme durch eine in Neumünster stationierte Bundeswehreinheit. Erst am 27. März 1981 wurde diese Bemühungen durch die Traditions- Patenschaftsübernahme des Panzerbataillon 184 belohnt. Seit diesem Tag fanden unter der Schirherrschaft des Panzerbataillon 184 zahlreiche Regimentstreffen statt.

Die Geschichte des Infanterieregiment 46

 

Aufgestellt am 1. Oktober 1934 als Infanterie-Regiment Neumünster und am 15. Oktober 1935 in Infanterie-Regiment 46 umbenannt. Das II. Bataillon lag in Rendsburg, das Regiment unterstand der 30. Infanterie-Division. Am 9. Dezember 1940 wurde das II. Bataillon an das Infanterie-Regiment 255 abgegeben und ersetzt. Am 15. Oktober 1942 wurde das Regiment in Grenadier-Regiment 46 umbenannt und der 30. Infanterie-Division unterstellt. Im Winter 1942/43 wurde das II. Bataillon wegen schwerer Verluste aufgelöst, am 11. Juni 1944 wurde das III. Bataillon in II. Bataillon umbenannt.

Geschichte der 30. Infanterie-Division

Aufstellung:

Die 2. ID. musste im Sommer 1936 aus ihren Regimentern und Abteilungen sowie selbständigen Bataillonen Personal zur Aufstellung einer neuen ID. abstellen. So entstand mit Stabsquartier in Lübeck die 30. ID. Sie wurde hauptsächlich mit Wehrpflichtigen der Geburtsjahrgänge 1914/15 sowie mit Freiwilligen des Wehrkreises X (Hamburg) aufgefüllt. Das IR. 6 (Lübeck) trat geschlossen zur neuen Division.

Gliederung:

Die Zusammenstellung der Division konnte im Jahr 1937 abgeschlossen werden, nachdem alle bisher noch fehlenden Verbände aufgestellt und kaserniert worden waren. Die Gliederung der 30. ID. stellte sich am 1. Januar 1939 so dar:

Divisionsstab in Lübeck

Infanterie-Regiment 6 mit Stab und II. Btl in Lübeck, I. Btl in Eutin

Infanterie-Regiment 26 mit Stab und III. Btl in Flensburg, II. Btl in Schleswig

Infanterie-Regiment 46 mit Stab, I. und III. Btl in Neumünster, II. Btl in Rendsburg

Artillerie-Regiment 30 mit Stab, II. und III. Abt. in Rendsburg, I. Abt. in Flensburg. Dem Stab unterstellt I. /AR 66 in Neumünster und II./AR 66 in Lübeck

Panzerabwehr-Abteilung 30 in Lübeck

Pionier-Bataillon 30 in Lübeck

Nachschub-Abteilung 30 in Lübeck

Sanitätsabteilung 30 in Lübeck mit den San-Staffeln in Eutin, Flensburg, Neumünster, Oldenburg/Hollstein, Rendsburg und Schleswig

Mit der Mobilmachung am 26. August 1939 erhielt die rein schleswig-holsteinische ID. eine Vermehrung durch Neuaufstellung des I./IR. 26 und III./IR. 6 sowie eines Feld-Ers.-Btl. 30. Der Division wurden für den bevorstehenden Kriegseinsatz eine Kavallerieschwadron des Kav.R. 13 (Lüneburg) und die 3./MG-BII. 52 (Truppenübungsplatz Münster) unterstellt. Dafür musste aber die II./AR. 66 zur Heeresartillerie abgegeben werden.

Einsätze:

Die Division trat am 1. September 1939 am linken offenen Flügel der Heeresgruppe Süd aus dem Raum nordostwärts von Breslau zum Angriff mit allgemeiner Richtung Lodz an. Es kam in den nächsten Tagen zu Gefechten im Raum Kaiisch, während des Weichselübergangs bei Warta, ferner bei Kol.Baiin, Niewiesz und Uniejew. Besonders hart waren die Kämpfe in der Schlacht an der Bzura, wobei die 30. ID. die Hauptlast der Abwehr der ausbrechenden polnischen Kräfte trug. Nach der Schlacht ging es zur Verfolgung des geschlagenen Gegners bis in den Raum nördlich von Lowicz.
Nach Beendigung des Polenfeldzuges wurde die Division zur Grenzsicherung in die Eifel verlegt. Hier musste die Kav.Schw. abgegeben werden, im Dezember folgte dann das Feld-Ers.-Btl. 30, das zur 170. ID. kam. Die Division übernahm im Winter 1939/40 die Sicherung der Grenze am Limburger Zipfel zwischen Viersen und Mönchengladbach.

Für den Westfeldzug im Mai 1940 wurde der Division die Radfahr-Schw. 30 (eine in Lübeck aufgestellte Einheit) und die vom Oberkommando des Heeres herangeführte AA.(mot.) 1 (Friedensstandort Königsberg/Ostpreußen) unterstellt. Die AA.(mot.) 1 blieb allerdings nur bis 15. Mai 1940 bei der Division.
Die 30. ID. griff im Verband der 6. Armee durch Südholland und Belgien an, ging zwischen Venlo und Roermond über die Maas und setzte nördlich von Löwen über den Albert-Kanal. Danach erfolgte der Sturm über die Dendre und der Durchbruch durch die Scheidestellung bei Aude-narde sowie der Übergang über Lys und den Roulers-Kanal. Der letzte Angriff führte die Division über die Yser südostwärts von Ypern. Hier wurde die Division angehalten und als Reserve direkt dem Oberkommando des Heeres unterstellt, im zweiten Teil des Westfeldzuges marschierte sie dem vorrückenden Heer nach und übernahm ab 16. Juni die Besatzungsaufgaben von Paris. Dort verblieb die 30. ID. bis August 1940, verlegte dann zwischen Caen und Lisieux, um an den Vorbereitungen für das "Unternehmen Seelöwe" - Landung in England - teilzunehmen. Nach Abbruch dieser Vorbereitungen wurde die Division bis April 1941 Besatzungstruppe zwischen Leyden, Den Haag und Utrecht.
Dann erfolgte die Verlegung nach Insterburg/Ostpreußen. Mit Beginn des Ostfeldzuges am 22. Juni 1941 marschierte die Division unter Gefechten von Ostpreußen bis in den Raum Opotschka. Im Juli und August nahm sie an den Verfolgungskämpfen südostwärts Dno teil und drehte zum Angriff über Staraja Russa bis zum Lowatj nach Osten ein. Damit begann der Angriff bis auf die Waldai-Höhen und ab September die Stellungskämpfe nördlich von Demjansk zwischen Lushno und Lytschkowa. Es entwickelte sich der Abwehrkampf der seit Februar 1942 im Kessel von Demjansk eingeschlossenen deutschen Divisionen, zu denen die 30. ID. gehörte.
Die Verteidigung des Kessels Demjansk dauerte bis März 1943, wobei die 30. ID. vornehmlich den nordöstlichen Abschnitt der Kesselfront hielt - dann setzte die Räumung des Kampfraumes Demjansk ein, und die Division übernahm die Verteidigung von Staraja Russa. Hier stand die Division die folgenden Monate des Kriegsjahres 1943. Ihre Verteidigungsfront verlängerte sich bis zum Ilmensee und später bis Schimsk.
Mit Beginn der sowjetischen Winteroffensive im Januar/Februar 1944 zwischen Leningrad und dem Ilmensee mussten die Stellungen geräumt werden. Die 30. (D. setzte sich befehlsgemäß auf die "Panther-Stellung" ab und stand ostwärts von Ostrow und Opotschka, später südlich von Pleskau im Abwehrkampf. Vom Juli bis Oktober 1944 folgten die Rückzugskämpfe bis ins Baltikum. Die Division kämpfte in der "Marienburg"-Stellung, focht am Embach und zog sich im Oktober über Riga nach Kurland zurück.
Damit befand sich die Division vom Oktober 1944 bis Mai 1945 auf dem letzten Schlachtfeld ihrer neunjährigen Geschichte. Die 1. Kurland-Schlacht sah die 30. ID. nördlich Vainode und ostwärts Preekuln. In der 2. Kurland-Schlacht kämpften die Soldaten nordostwärts von Preekuln, danach erfolgte die Verlegung südostwärts von Libau. Die letzten Kriegsmonate des Jahres 1945 fanden die 30. ID. am Barta-Abschnitt westlich von Skuodas und südostwärts von Preekuln.
Die Gliederung der 30. ID. während des Einsatzes an der Ostfront zeigte in diesen Kriegsjahren manche Veränderungen. So mussten bereits im Dezember 1940 III./IR. 6, III./IR. 26 und II./IR. 46 an die 110. ID. abgegeben werden. Für den Ostfeldzug erhielt die Division endlich eine eigene AA. 30. Das IR. 26 wurde am 10. Dezember 1942 in Füs.R. umbenannt, die anderen Regimenter wurden Grenadierregimenter. Infolge der schweren Verluste während der Kämpfe um Demjansk wurden II./IR. 6, III./IR. 26 und II./IR. 46 aufgelöst und die AA. 30 in Div.Füs.Btl. 30 umbenannt. Während des Endkampfes in Kurland verfielen II./GR. 6 und ll./Füs.R. 26 der Auflösung, so dass die 30. ID. in den letzten Kriegswochen nur noch über vier Bataillone verfügte.
Erst am Tag der Kapitulation legten die Soldaten ihre Waffen nieder. Geschlossen marschierte die 30. ID. bis zur deutschen Grenze bei Krottingen, bevor sie von sowjetischen Truppen auseinandergerissen und in Gefangenschaft geführt wurde.

Kommandeure:

1938 Gm. von Briesen

1939 - 1945 Glt. von Briesen, Gm. von Tippelskirch, Glt. von Wickede, Glt. Winter, Gm. Henke, Glt. Hasse, Glt. von Basse, Gm. Barth, Gm. Henze

Höchstdekorierte Soldaten:

Träger des Eichenlaubs zum Ritterkreuz:
71. Hptm. Borgmann, Kdr. III./IR. 46, 1-1.02.1942
150. Oblt. Kylling-Schmidt, Chef. 4./FÜS.R. 26, 04.12.1943
435. Ob. Koßmala, Kdr. GR. 6, 26.03.1944

 

Gedenkstein:

Infanterie Regiment 163

Infanterie Regiment 46

Panzerjägerbataillon 3

Panzerbataillon 184